Donnerstag, 2. Mai 2013

Tag 3 und 4



Hallo fleißige Leser,

ich fasse die letzten beiden Tage etwas zusammen, da mal wieder wenig Zeit war. Das Problem mit den Fotos ist mehr oder weniger behoben. Trotzdem habe ich nicht den vollen Zugriff auf alle Bilder. Gestern war mal wieder ein anstrengender Tag. Nach dem Frühstück sind wir zur Kupfermine „Mina Carola“ gefahren. Dort wird untertage in bis zu 550 m tiefen Schächten das Schalkopyrit abgebaut. In seinem chemischen Aufbau sind diverse Metalle vorhanden. Grade das Kupfer ist sehr interessant. Sein Anteil beträgt an den besten Stellen bis zu 22 %. Das Nebengestein nennt sich Andesit( abgeleitet von den Anden)  Diese Mine fördert täglich mit 15 Dumpern 4000 t zu Tage. Der Abbau wird in zwei 12 Stundenschichten betrieben. Mit dem Bus sind wir in die Mine eingefahren. Über die Hauptstrecke, die 6 x 5 Meter misst, fördern auch die Dumper das wertvolle Metall. Daher wurde es manchmal schon recht eng. Aufgrund des geothermischen Gradienten stieg die Temperatur um drei Grad pro 100 m an. Daher spürten wir auch wie es wärmer wurde je tiefer wir in den Berg einfuhren. Auf der tiefsten Strecke überstieg das Thermometer die 30 °C locker. Lange Hosen und dicke Pullis machten das ganze komplett. Es war echt warm und unsere Kehlen trocken, da die Luft trotz Bewetterung immer schlechter wurde. Allein die Einfahrt von 6 km Länge dauerte 1 ½ Stunden. Insgesamt erstreckt sich das Streckennetz auf über 120 km. Es gibt mehrere Eingänge in die Mine. Auf der anderen Seite der Mine fuhren wir wieder aus. Dort konnten wir Explorationsbohrkerne begutachten, die für die Mine von großer Bedeutung sind. Draußen war ein leichtes Lüftchen bei angenehmen 26 Grad. Es war fast kalt.

Explorationsbohrstelle unter Tage

Nach der Minenbefahrung besichtigten wir auch noch das firmeneigene Museum. Dort werden viele seltene Mineralien und auch ein Modell der Kuperlagerstätte ausgestellt.

Am Abend gingen wir zu Fuß  in die Universität von Atacama. Dort warteten der Präsident, einige Mitarbeiter und die Presse auf unser Erscheinen. Es wurde feierlich ein Kooperationsvertrag zwischen der Universidad de Atacama und der TFH Agricola abgeschlossen. Von nun an können sich die Studenten austauschen und in Zukunft auch ein Gastsemester an der jeweils anderen Hochschule absolvieren bei der sie auch eine wissenschaftliche Arbeit (Bachelor, Master, Dr. -Arbeit).  Nach den Feierlichkeiten gab es Getränke und kleine Snacks. Danach verabschiedeten wir uns.

Am gleichen Abend gegen 23 Uhr Ortszeit bebte die Erde. Ein Erdbeben mit der stärke 4,9 auf der Richterskalar erschütterte die Region. Das Epizentrum lag etwa 100 km südlich von unserem Standort in 40 km Tiefe. Es gab einen heftigen Ruck durchs Hotel. Die Hunde auf der Straße bellten. Das Beben dauerte nicht lange und einige haben es sogar verschlafen. Aber wir sind alle wohl auf.

Unterzeichnung des Vertrags [L. Prof. Dauber der TFH R. Präsident de Universidad de A.]

Am nächsten Tag waren wir wieder an der Universität zu Gast. Auf dem Tagesplan stand ein Vortrag von einem Professor der Universität von Atacama über Allgemeines und die Geologie von Atacama. Hier ein kurzer Überblick.




 Atacama ist ein Gebiet, das sich 400 km von Nord nach Süd und 250 km von Ost nach West innerhalb Chiles erstreckt. Die Fläche beträgt 75,573 km² und entspricht etwa der Größe von Irland. Hier liegen mehrere Gebirgszüge von Nord nach Süd angeordnet. Grund dafür ist die lokale Tektonik. Die Nasca-Platte im Pazifik schiebt sich mit 7-12 cm pro Jahr unter die südamerikanische Platte. Dies nennt man Subduktion. Die subduzierte Nasca-Platte taucht ab und wird in etwa 100 km Tiefe aufgeschmolzen. Das flüssige Gestein steigt als Magma im Landesinneren auf und drückt vorhandene Sedimentschichten nach oben (Gebirgsbildung). Auf der anderen Seite wachsen die Berge durch aktiven Vulkanismus heran. In den Schmelzen befinden sich oft metallische Minerale. So auch das Kupfer für das Chile weltbekannt ist. Wie oben schon beschrieben, befindet sich in dem Gestein Schalkopyrit. Aber ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen. 

Ein weiterer Punkt auf dem Tagesplan war ein Vortrag durch unsere begleitenden Dozenten der TFH. Sie stellten Deutschland, Gesteine in Deutschland, Abbauarten und speziell die Technische Fachhochschule Georg Agricola vor. Interessierte Studenten der Universität von Atacama konnten sich diesen Vortrag auf englisch anhören. Auch wir unterstützen unsere Professoren mit unserer Anwesenheit. Ein Problem war, dass die meisten Menschen in Chile kein Englisch können. So gab es immer eine nicht zu vernachlässigende Sprachbarriere.

Anschließend kauften wir noch ein paar Dinge für einen gemeinsames Grillen ein, welcher noch am selben Tag stattfinden sollte. Kurz zuvor wurden wir von ansässigen Studenten eingeladen, am Abend gemeinsam noch eine Diskothek zu besuchen.  Natürlich freuten wir uns über diese Einladung. Dieser gingen wir dann nach dem gemütlichen Grillen nach. Wir besuchten eine tolle und moderne Disko, wie sie in Deutschland nicht besser sein könnte. Natürlich sind die Musik und die Tänze anders als bei uns. Jedoch hat es viel Spaß gemacht und uns wurden häufig neugierige Blicke zugeworfen. Einige von uns wurden sogar von den chilenischen Frauen zum Tanz aufgefordert. Das Interesse an unserem Reisehintergrund war wirklich groß und leider fanden wir kaum ein Ende. So war es kein Wunder, dass einige von uns Partygängern am nächsten Tag verschlafen haben. Grade an diesem Tag mussten wir recht früh raus. Denn heute hatten wir einen Termin in einem Kupfertagebau. Dazu später mehr ... wir gehen jetzt zum Essen.

1 Kommentar:

  1. Mh so tiieeeef unter der erde warst du? O.O
    Ich freu mich auf die Bilder :D

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